Albanien - das Dornröschen an der Adria?

Albanien gilt noch immer als verschlossen, schwer zugänglich. Und das hat Vorteile, denn es gibt zwar an der Küste, gerade bei Durres und Saranda inzwischen zahlreiche Hotels, im Landesinneren, dort wo die eigentlichen Schätze zu finden sind, geht es aber noch recht ruhig zu - aber auch dort gibt es inzwischen gute Hotels...

 
 

Zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie galt der Balkan als Pulverfass. Zu viele Interessen der großen und kleinen Mächte, der Niedergang des osmanischen Reichs. Zahlreiche Kriege im Vorfeld des "Großen Kriegs" von 1914, nachzulesen z. B. im "Schlafwandler" von Christopher Clark. Albanien wurde als letztes Land erst 1912 selbständig - und seine Grenzen waren der kleinste gemeinsame Nenner ... Die Folge: zahlreiche Albaner fanden sich in den Nachbarländern wieder. Die jüngere Geschichte des Kosovo, wo die Albaner sogar die Mehrheit bilden, ist beispielhaft. Und: es leben mehr Albaner im Ausland als in Albanien selbst (dort nur ca. 1,8 Mio).

 
 

Will man die albanische Geschichte verstehen, so muss man (spätestens) in der Zeit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken beginnen. Der Nationalheld der Albaner ist Skanderbeg (1405-1468) - eine Mischung aus gebildetem Renaissance-Fürst und Guerillero, der es verstand, die Expansion der Türken eine Reihe von Jahren aufzuhalten. Letztlich aufgrund der Kräfteverhältnisse ein hoffnungsloses Unterfangen, betrachtet man zudem die Interessenlage der Großmächte wie Venedig und die traditionelle Zerstrittenheit der Albaner. Am Ende blieb den letzten seiner Getreuen nur die Flucht. In Apulien und auf Sizilien gibt es daher noch heute "albanische" Dörfer. Die FAZ veröffentlichte eine Rezension zu Schmitts Buch, das ich auf unserer Reise dabei haben werde. 

 
Nicht alle Albaner wurden in der Folge Muslime. Die auf dem Balkan betriebene "Knabenlese" brachte aber auch eine Reihe von Konvertiten in ranghohe Positionen im Osmanischen Reich. Der große Architekt Süleymans, Sinan, soll nach einigen Quellen aus Albanien stammen. In Vlora steht eine Moschee von ihm. 

 

 

Große Teile des heutigen Albanien wurden zu osmanischer Zeit als Vilâyet von Ioannina (GR) aus regiert. Tepedelenli Ali Pascha (1741-1822) war eine schillernde Persönlichkeit, vom Strassendieb zum (regional) unumstrittenen Herrscher, der sogar mit der hellenistischen Unabhängigkeitsbewegung sympathisierte (was ihn letztlich den Kopf kostete). Lord Byron, Teilnehmer am Freiheitskampf der Griechen, besuchte ihn und sein Vilâyet 1809/1810 und berichtet darüber in Briefen an seine Mutter.

 
 

Die Albaner verbindet mit Deutschland ein ganz besonderer Aspekt. Als sich die Großmächte einig waren, Albaniens Unabhängigkeit 1913 anzuerkennen, meinte man, einen europäischen Adeligen als Fürsten dort einsetzen zu müssen, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Um Konflikte zwischen Katholiken, Orthodoxen und Muslimen zu umschiffen, entschloss man sich, einen deutschen protestantischen Fürsten, Wilhelm zu Wied, einzusetzen. Er scheiterte recht schnell an den Partikularinteressen der Nachbarn und Lokalherren und verließ Albanien nach sechs Monaten wieder.

 

In gewisser Weise erfolgreicher im Überbrücken zumindest religiöser Gegensätze erwies sich längerfristig ausgerechnet der Atheist Enver Hodscha. Aufgrund leidvoller Erfahrungen unter ihm stehen heute die Vertreter der Religionen im engen Kontakt - wie hier bei der Demonstration nach dem Attentat bei Charlie Hebdo.

 
"Besa" zu übersetzen ist komplex - es beinhaltet Aspekte wie Gottesfriede (auch früher das zeitliche Aussetzen der Blutrache), Waffenstillstand, Gastfreundschaft, Ehre des Hauses. Und das hat ganz konkrete Konsequenzen: nach der Besetzung Albaniens im Zweiten Weltkrieg verweigerten die Albaner die Herausgabe ihrer jüdischen Mitbürger und Flüchtlinge, versteckten sie, halfen zur Flucht. Albanien ist das einzige Land in Europa, in dem es am Ende des Zweiten Weltkriegs mehr Juden gab als davor. Nachzulesen u. a. in Yad Vashem in Jerusalem. Auch Sie werden die Gastfreundschaft in Albanien als wohltuend empfinden.
 

Aber natürlich lohnt es sich auch aus kulturellem Interesse nach Albanien zu reisen: Die UNESCO-Weltkulturerbe-Städte Berat (Bild links) und Gjirokaster bewahren das typisch osmanische architektonische Erbe. Butrint - vis-a-vis zur griechischen Insel Korfu - blickt auf eine lange, intensiv auch römische Vergangenheit zurück (das Bild zeigt ein frühchristliches Baptisterium). Burgen erinnern an die Zeit Skanderbegs, der Venezianer und Ali Paschas. Dazu wunderschöne Strände (s.o.) und Naturwunder wie die Karstquelle "Blaues Auge", eine faszinierende Landschaft ...

 

Ein Dornrösche an der Adria? Wachgeküsst ist Albanien schon, man kann diese "Burg" inzwischen auch gut betreten, aber noch ist es nicht so überlaufen wie viele andere Ziele. 

 

Wir werden vom 24.6. bis 2.7.2017 eine Rundreise durch Albanien mit kleinen Abstechern in die Nachbarländer machen. Wir hoffen, auch Sie für dieses Land begeistern zu können, das wir auf inzwischen einer Reihe von Reisen als hochinteressant kennengelernt haben. Lassen Sie sich von unserer Begeisterung anstecken ...

 

 

Mit herzlichen Grüßen aus Mainz verbunden mit den Wünschen für ein schönes verlängertes Wochenende

Renate und Jürgen Lingnau 

 

Tirana - Ohrid (Mazedonien) - Korca - Meteora (GR) - Ioannina (GR) - Gjirokaster - Saranda - Butrint - Vlora - Durres - Shkodra - Budva (Montenegro) - Kotor (Montenegro) - Verlängerungsoption Dubrovnik (Kroatien)

Linienflug Frankfurt - Tirana und Dubrovnik - Frankfurt, 8 ÜF/HP in ausgesuchten Mittelklassehotels, Rundfahrt im modernen Reisebus, durchgehende deutschsprachige Reiseltg., Reiseltg. durch LCTours, Eintritte. Preis p. P. im DZ € 1.798, EZZ € 149.

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Quellen der Abbildungen: Artur Malinowski | commons, dynamotor | commons, Verlag Pustet, commons, Marcin Konsek | commons, Thomas Philips (Maler), commons (2x), Albanian Tourist Office. (2x)

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